Soziale Schichten in der Gesellschaft

Die Gesellschaft in Europa hat sich im Mittelalter und der frühen Neuzeit in Stände gegliedert, die einen Ordnungsmodell bildeten. Später wurden Stände auch zu Klassen oder sozialen Schichten umgenannt. In der Regel wurde zwischen Untertanen und Obrigkeit unterschieden. Dabei war es auch möglich, dass ein Adliger als Untertane in der Beziehung zum König stand.

Üblich war eine Drei-Stände-Ordnung, die sich besonders in Frankreich verbreitet hat. Dabei gehörten zum ersten Stand Geistliche,
zum zweiten Adlige, wobei es keine Rolle spielte, aus welcher Adelsschicht man kam und zum dritten Stand alle freien Bürger und Bauer. Die Stände wurden widerum untergegliedert. So war die Position jedes Einzelnen von Faktoren wie der Berufsstand, Ehestand und die vorhandene Rechte abhängig.

An der Spitze des Ständesystems haben sich Könige, Fürsten oder Kaiser bewegt, bei den Geistlichen waren das der Papst und die Bischöfe. Menschen im Mittelalter glaubten, dass Gott das Ständesystem verordnet hat und haben sich dieser Ordnung hingegeben.
Man wurde in den Familienstand hineingeboren und von einem Aufstieg konnte nicht die Rede sein. Sogar Reichtum konnte nicht den Stand verändern. Es war also möglich, dass ein Bürger vermögender als ein Adliger war.

Jeder Stand hatte seine Aufgaben zu erfüllen. Der erste Stand sorgte für das Seelenheil, der zweite sollte das Volk und Klerus von Feinden beschützen und der dritte Arbeit verrichten. Jeder der drei Stände hatten bestimmte Vorschriften bezüglich Kleidung und ihrer Lebensweise zu erfüllen. In der ständischen Gesellschaft durften nur privilegierte Bewohner des Landes in der Politik mitwirken. Es wurde nicht gewählt, da der Platz im Landtag vererbt wurde. Die Abgeordnete des Landes vertraten nie ihre Untertanen, sondern nur sich selbst. Es handelte sich um ein System, bei dem sich die gesamte Stände und der Fürst gegenüberstanden.

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